Einführung in die Internationalen Beziehungen

Ein studentisches Handbuch

Monat: Januar, 2012

Demokratischer Frieden

by stgu

Das Konzept des „Demokratischen Friedens“ ist ein liberaler Erklärungsversuch des empirischen Befundes, dass demokratische Staaten selten gegeneinander Krieg führen. Als liberal gelten theoretische Überlegungen, „…die internationale Politik im Wesentlichen auf innerstaatliche Akteure, Strukturen und Prozesse zurückführen.“ (Schimmelfennig: 138; Hervorhebung im Original).

So besteht die grundlegende Annahme darin, dass innerstaatliche politische Prozesse das außenpolitische Verhalten eines Staates beeinflussen.

Als Begründer des Konzepts des „Demokratischen Friedens“ wird oft Kant bezeichnet. In seiner Schrift „Zum Ewigen Frieden“ (1795) brachte er die Verfasstheit von Staaten mit ihrer Neigung Kriege zu führen in Verbindung. Kant argumentierte, dass Staaten, in denen das Volk die Entscheidung über Krieg und Frieden beeinflussen könnte, seltener kriegerisch aktiv würden, da das Volk die Kosten des Krieges (in Form von Blut und Geld) tragen müsse (vgl. Kant: 127f).

Dieser Argumentation folgt auch der liberal-rationalistische oder auch strukturelle Ansatz. Demnach hat die Bevölkerung das rationale Interesse, Kriege zu verhindern und die Regierung das rationale Interesse, an der Macht zu bleiben. Auf diese Weise kann die Bevölkerung mittels Institutionen wie freier Wahlen und Presse- bzw. Redefreiheit die Regierungen daran hindern, sich für einen Krieg zu entscheiden. Zudem behindere die Gewaltenteilung in Demokratien eine schnelle Entscheidung für einen Krieg. In einem zeitaufwändigen Prozess müsse erst eine gesellschaftliche Koalition gebildet werden, die die Kriegsentscheidung mitträgt. Diese Lähmungen finden in allen Demokratien statt, sodass Demokratien sich grundsätzlich als wenig aggressiv ansehen (vgl. Dunne et al: 96f).

Auf diese Weise kann jedoch nicht der empirische Doppelbefund erklärt werden, dass Demokratien zwar kaum Kriege untereinander führen, sehr wohl aber gegen nicht-demokratische Staaten (vgl. Masal et al: 79). Auch benötigen Demokratien nicht mehr Zeit als andere Staaten, um sich für einen Krieg zu entscheiden (vgl. Dunne et al: 97).

Eine weitere Überlegung ist der normative Ansatz, wonach Demokratien gleiche Normen und Werte wie Kompromissbereitschaft und friedliche Konfliktlösung haben und diese auch auf die internationale Ebene externalisieren. Deshalb nehmen sie sich gegenseitig als friedlich war, während nicht-demokratischen Staaten als aggressiv gesehen werden (vgl. Owen: 90).

Der konstruktivistische Ansatz geht noch ein Stück weiter: Lernprozesse, in denen Demokratien sich als friedlich wahrnehmen, führen zu der Bildung einer „in-group“. Alle Nicht-Demokratien bilden als „out-group“ das gemeinschaftsbildende Feindbild (Dunne et al: 97). Allerdings ist aus konstruktivistischer Sicht eine Ausbreitung der Demokratie nicht per se friedenstiftend, da es durch die Abgrenzungen zu neuen Konflikten käme (Masala et al: 77)

Beiden Ansätzen ist jedoch gemein, dass nicht klar wird, warum gerade politische Normen das Zugehörigkeitsgefühl stärken und nicht etwa religiöse oder kulturelle Werte. Zudem ist zweifelhaft, dass Ähnlichkeiten wirklich ausreichen, um Vertrauen zu fördern (vgl. Masala et al: 82).

Der empirische (Doppel-)Befund des demokratischen Friedens ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist jedoch sehr gewagt, Demokratisierung als Friedensstrategie einzusetzen, denn die kausalen Zusammenhänge sind noch nicht eindeutig belegt und die empirische Grundlage ist nicht sehr groß.

Quellen:

Dunne, Tim; Milja Kurki und Steve Smith (2007) (Hrsg.): “International Relations Theories – Discipline and Diversity”. Oxford University Press: Oxford.

Kant, Immanuel (1973): „Kleinere Schriften zur Geschichtsphilosophie, Ethik und Politik“. F. Meiner: Hamburg.

Masala, Carlo; Frank Sauer und Andreas Wilhelm (2010) (Hrsg.): “Handbuch der internationalen Politik”. Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

Owen, John M. (1994): „How Liberalism Produces Democratic Peace“. In: International Security, Vol. 19, No. 2 , S. 87-125.

Schimmelfennig, Frank (2010): “Internationale Politik”. Schöningh: Paderborn.

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Neue Kriege

by ingagrei

 

Die Begrifflichkeit Neue Kriege (N.K.) ist eine Wortneuschöpfung um die Veränderungen in Qualität und Quantität bewaffneter Konflikte seit dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben. Der Terminus N.K. geht von einer tiefgreifenden Veränderung des Kriegsgeschehens aus. Er ist im wissenschaftlichen Diskurs sowohl methodisch, als auch inhaltlich umstritten. Die Debatte erstreckt sich auch in die politische Dimension. Hierbei sind besonders sicherheitspolitische Konsequenzen, die sich aus den N.K. ergeben, relevant. Aufgrund seiner wissenschaftlichen und politischen Relevanz erhält die Debatte um die N.K. große Intensität und Beachtung. Ebenfalls verstärkt wird die Aufmerksamkeit durch die Terrorismusdebatte, die seit den Anschlägen vom 11.9.2001 starke Medienpräsenz aufweist. Geographisch sind N.K. besonders in Afrika, in Zentral- und Südamerika und einem langen Bogen vom Balkan über den Nahen Osten bis nach Indonesien verortet.

N.K. sind gekennzeichnet durch eine Zunahme von teilprivaten Interessenvertretern, die das staatliche Machtmonopol untergraben; dies ist auch an der Finanzierung der Kriege sichtbar. Es ist nicht mehr die wirtschaftliche Leitungsfähigkeit eines Staates von ausschlaggebender Bedeutung, sondern Verbindungen der teilprivaten Kriegsinteressenten zu Kanälen der Kriminalität und Schattenglobalisierung (Eppler 2002). N.K. zeichnen sich meist durch asymmetrische Kampftechniken mit Einbezug der Zivilbevölkerung und einem Rückgang von schweren Kriegswaffen aus; eine zunehmende Brutalisierung, die Konventionen missachtet und sich in Genoziden und Massenvergewaltigungen ausdrückt; eine Verlängerung der Kriegsdauer, Zählweise nicht mehr in Monaten oder Jahren sondern in Dekaden.

Martin van Creveld begründete 1991 das Theorem, welches von Mary Kaldor und Herfried Münkler erweitert wurde. Bei allen drei Autoren treten die klassischen alten zwischenstaatlichen Kriege in den Hintergrund und werden von den N.K. abgelöst.

Gegner des Theorems weisen daraufhin, dass viele der neuen Merkmale nicht neu sind, sondern z.B. bei Revolutionen und Kolonialkriegen Anwendung fanden. Ein anderes Gegenargument stellt die Definition des Krieges dar. Einige N.K. sind eher bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Banden und keine Kriege. Diese beiden Argumente sind nicht gemeinsam anwendbar, da sie sich argumentativ ausschließen. Während das erste Argument den Typus des alten Krieges stützt, wendet sich das Zweite ausdrücklich dagegen. Weiterhin wird die eurozentrische Betrachtungsweise kritisiert. Besonders den 30jährigen Krieg als Muster für heutige N.K. anzulegen, erscheint zweifelhaft, da die gegenwärtigen Konflikte meist außerhalb der europäischen Hemisphäre liegen. Hier wären, um Veränderungen im Kriegsgeschehen beschreiben zu können, Analysen der ortsüblichen Kriege nützlicher. In diesem Zusammenhang steht ebenfalls der Einwand, dass Krieg kein starres Konstrukt ist. Er hat sich im Laufe der Zeit mehrfachen Wandlungen, wie z.B. der Einführung der Artillerie oder des stehenden Heeres, unterzogen.

Die These vom Wandel der Kriegsformen in der Konflikt- und Friedensforschung ist umstritten. Einige kritische Stimmen mahnen an, dass weniger die Veränderungen im Mittelpunkt der Diskussion stehen sollten, sondern die Möglichkeiten der sicherheitspolitischen Reaktionen Gegenstand der Debatte sein sollte (Matthies 2002).

von I.Greiner

Literaturverzeichnis:

Brzoska, Michael, 2004: ‘New Wars’ Discourse in Germany. In: Journal of Peace Research. Nr. 1/2004, S. 107-117. o.O.

Eppler, Ehrhard, 2002. Vom Gewaltmonopol zum Gewaltmarkt. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Frech, Siegfried/Trummer, Peter I., 2005. „Einleitung – Neue Kriege.“ In: Frech, Siegfried/Trummer, Peter I. (Hg.). Neue Kriege. Akteure, Gewaltmärkte, Ökonomie. Schwalbach: WOCHENSCHAU Verlag.

Kalyvas, Stathis N., 2001. “New” and “Old” Civil Wars: A Valid Distinction? In: World Politics 54/2001. S. 99-118. o.O.

Matthies, Volker, 2002. „Eine Welt voller neuer Kriege?“ In: In: Frech, Siegfried/Trummer, Peter I. (Hg.). Neue Kriege. Akteure, Gewaltmärkte, Ökonomie. Schwalbach: WOCHENSCHAU Verlag.

Münkler, Herfried, 2002. Über den Krieg. Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer theoretischen Reflexion. Weilerswist: Velbrick.

Schimmelfennig, Frank, 2010. Internationale Politik. Paderborn: Schöningh Verlag.


Die Vereinten Nationen

by inesluisa

Die Vereinten Nationen (VN), engl. United Nations (UN) oder United Nations Organization (UNO), sind eine internationale Organisation mit 193 Mitgliedern. Sie wurde 1945 von 51 Nationen in San Francisco aufgrund der Erfahrungen des 2. Weltkrieges gegründet und hat die Sicherung des Weltfriedens und die Förderung internationaler Zusammenarbeit auf allen Gebieten als Ziel. Die UN-Charta ist die völkerrechtlich bindende Verfassung der Vereinten Nationen und wurde 1945 ratifiziert; Grundlagen sind die Gleichberechtigung der Staaten und die Selbstbestimmung der Völker. Der ständige Sitz der Vereinten Nationen befindet sich in New York. Die offiziellen Amtssprachen der Vereinten Nationen sind Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch und Arabisch, wobei Englisch und Französisch die Arbeitssprachen sind.
Die Vereinten Nationen bestehen aus sechs Hauptorganen.

Das oberste Organ ist die Generalversammlung, in der alle Mitglieder eine Stimme besitzen. Diese wählt alle fünf Jahre einen Generalsekretär. Die Generalversammlung kann Resolutionen verabschieden. Sie tritt einmal jährlich zusammen und nach Bedarf.

Das mächtigste Organ ist der UN-Sicherheitsrat. Er hat fünf ständige Mitglieder: USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Zehn weitere Mitglieder werden jeweils für zwei Jahre von der Generalversammlung dazugewählt. Alle fünf ständigen Mitglieder besitzen ein Vetorecht. Der Sicherheitsrat kann im Falle eines Bruchs oder der Bedrohung des Friedens millitärische Aktionen oder Sanktionen beschließen.

Das Sekretariat wird vom Generalsekretär geführt und ist das höchste Verwaltungsorgan der Vereinten Nationen.

Der Wirtschafts- und Sozialrat besteht aus 54 Mitgliedern, die jeweils auf drei Jahre von der Generalversammlung gewählt werden. Er befasst sich mit Fragen der wirtschaftlichen, sozialen und humanitären Entwicklung und hält über seine Sonderabkommen Verbindung zu den Sonderorganisationen bzw. zur internationalen Zivilgesellschaft.

Der Internationale Gerichtshof der VN besteht aus 15 Mitgliedern, die jeweils für neun Jahre sowohl von der Generalversammlung als auch vom Sicherheitsrat gewählt werden.

Der Treuhandschaftsrat besteht aus fünf Mitgliedern: China, Frankreich, Russland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Er wurde 1947 geschaffen um die Treuhandgebiete der Vereinten Nationen zu beaufsichtigen. Seit 1994 hat der Treuhandrat offiziell seine Arbeit eingestellt, da das letzte Treuhandgebiet (Palau) in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Neben den Hauptorganen gehören eine Vielzahl von Spezialorganisationen und Sonderorganisationen zu den Vereinten Nationen, so dass ein großes Netzwerk besteht. Bespiele hierfür sind das Kinderhilfswerk UNICEF, die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur UNESCO, die Internationale Atomernergiebehöre IAEA oder die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Deutschland in den Vereinten Nationen:
1973 traten sowohl die Bundesrepublik Deutschland (BRD) als auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR) den Vereinten Nationen bei. Dies war durch den sogenannten Grundlagenvertrag möglich. Seit 1990 ist das vereinte Deutschland Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. Deutschland besitzt keinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat, da es nicht zu den Gründungsmitgliedern gehörte und nach dem 2. Weltkrieg eine schwierige Stellung in den Vereinten Nationen hatte. Mittlerweile bemüht sich Deutschland allerdings um einen festen Sitz im Sicherheitsrat.

von I. Woithe

Politische Kultur als Erklärungsansatz für das Verhalten von Staaten

by carolsinger

Dieser Handbuchartikel wird sich um das Konzept der Politischen Kultur drehen. Zunächst wird es um die Anfänge der politische Kulturforschung gehen. Im Folgenden werde ich den Begriff in Anlehnung an Almond/Verba (1963) definieren. Schließlich beziehe ich mich auf Duffield (1999) um der Frage nachzugehen, wie Politische Kultur das Verhalten von Staaten bedingen und erklären kann, bzw. welcher kausale Zusammenhang zwischen Kultur und Verhalten besteht.

Eingeführt wurde der Begriff der Politischen Kultur in ihrem Werk “The Civic Culture“ von Almond und Verba 1963. Bis zu diesem Zeitpunkt beinhaltete politikwissenschaftliche Forschung lediglich die Betrachtung politischer Institutionen oder Eliten. Die Bevölkerung eines Staates hingegen war dafür nicht relevant. Hintergrund für die Studie der beiden US-amerikanischen Wissenschaftler waren zum einen Veränderungen auf der wissenschaftlichen Ebene, wie zum Beispiel die Entwicklung systemtheoretischer Ansätze, des Behaviorismus und der Umfrageforschung. Hierbei spielte der Bürger im Gegensatz zu vorher eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite trugen eine ganze Reihe von historischen und politischen Entwicklungen zu einem Umdenken bei. Dazu zählen z.B der Kalte Krieg sowie in Deutschland die Wiedervereinigung.(Westle/Gabriel 2009:14f)

Definiert wird Politische Kultur in dem Werk von 1963 als „[…] particular distribution of patterns of orientation toward political objects among the members of the nation.“ (Almond/Verba 1963: 14f) Der Terminus bezieht sich also auf die gesamte Bevölkerung einer Nation und deren grundlegende politische Vorstellungen, Paradigmen und Urteile über die Politik. Diese wachsen historisch über einen langen Zeitraum und werden durch Sozialisierungsprozesse über Generationen hinweg weitergegeben. Daher sind Politische Kulturen besonders stabil und können sich nur durch tiefgreifende Umbrüche verändern. Weiterhin ist der Begriff ein Merkmal des Kollektivs, welcher eine Brücke schlägt zwischen dem Individuum und den politischen Institutionen. (Westle/Gabriel 2009:16f.)

Der Gesamtheit der politischen Institutionen also der ‚Politischen Struktur‘ steht die Politische Kultur‘ als Pendant gegenüber. Letzteres führt zu der forschungsleitenden Hypothese der Politischen-Kultur-Forschung. Diese besagt, dass eine Kongruenz zwischen ‚Politischer Kultur‘ und ‚Politischer Struktur‘ die innere Stabilität und das Überleben eines politischen Systems sichert. Im Umkehrschluss kann es durch eine bestehende Inkongruenz zu Krisen und einem Zusammenbruch des Systems kommen. (Westle/Gabriel 2009:13f)

Um nun aber das Verhalten der Staaten auf internationalen Ebene erklären zu können, muss zunächst betrachtet werden, worin der kausale Zusammenhang zwischen der Politischen Kultur eines Staates und dessen Verhalten besteht. Duffield führt hierzu vier Aspekte an. Erstens werden mithilfe der Kultur die grundsätzlichen politischen Ziele eines Kollektivs definiert. Weiterhin forme sie die Art und Stärke der Wahrnehmung und Interpretation der äußeren Umwelt des Kollektivs. Drittens beschränke die Politische Kultur den theoretisch zur Verfügung stehenden politischen Handlungsspielraum und dessen Mittel um nationalstaatliche Interessen im internationalen Bereich durchzusetzen. Zusammenhängend damit habe die Kultur einen großen Einfluss auf die Bewertung der zur Verfügung stehenden Mittel und die Auswahl dieser. (Duffield 1999: 771f)

Aufgrund dieser kausalen Verbindung, könnte man von der relativen Stabilität der Politischen Kultur, gleichwohl eine gewisse Kontinuität im Verhalten eines Staates ableiten. Diese Hypothese wiederum würde sich anbieten um Fälle zu erklären, bei denen trotz veränderter äußerer Umstände, Staaten unerwarteter Weise konstant reagieren. (Duffield 1999:772)

Ein anderer Aspekt der Politischen Kultur, nämlich ihre Spezifik, eignet sich, um Situationen zu erklären, bei denen zwei Staaten, die im internationalen System relativ ähnlich situiert sind, außenpolitisch unterschiedlich reagieren. (Duffield 1999:770)

Autor: C. Herrmann

Literatur:

  • ALMOND, Gabriel A./VERBA, Sidney: The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in five Nations. (Princeton University Press 1963)
  • DUFFIELD, John S.: Political Culture and State Behavior: Why Germany Confounds Neorealism . IN: International Organization, Vol. 53, No. 4 (Herbst, 1999), S. 765-803
  • WESTLE, Bettina/ GABRIEL, Oscar (Hrsg.): Politische Kultur – Eine Einführung. (Nomos 2009)

Normen im internationalen Kontext

by akanschafobbe

Die Herkunft der Begriffs „Norm“ entstammt aus dem lat. Norma, das von dem griechischen Wort gnomon abgeleitet wird, das so viel wie „Kenner, Beurteiler, Richtschnur“1 bedeutet. Kenner und Beurteiler sind essenzielle Begriffe für das Verstehen zu welchem Zweck Normen existieren und notwendig sind. Normen existieren auf vielen Ebenen.

In den Sozialwissenschaften stehen Normen für mehr oder weniger feste Forderung nach einem bestimmten definierten Verhalten. Dieses Verhalten muss innerhalb einer sozialen Gruppe auf gemeinsames Verständnis basieren. Daher müssen diese Normen allen bekannt sein um eine gerechte Beurteilung fällen zu können und beruhen nicht auf willkürliche Setzung oder metaphysischen  Argumenten. Normen müssen begründet sein, das heißt sie müssen durch rationale Argumente für alle Individuen trotz unterschiedlichen Idealvorstellungen und Interessen einen Konsens bilden. Normen sind ein essenzielles Bestandteil der heutigen globalen Politik. Hauptsächlich dienen sie der Effizienz.

Anfänglich waren Normen wichtig im Bereich des Exports Beispielsweise im Handel. Um unnötige bürokratische Problemen auszuweichen beschlossen viele Staaten ihre Standards gegenseitig anzupassen und identische Normen festzusetzen. Aber nicht nur im internationalen Bereich sind sie wichtig sondern auch auf der nationalen Ebene um einen Konsens zu haben.

Ein Beispiel für die Wichtigkeit von Normen und ihre Entwicklung auf internationalem Niveau, ist die Europäische Union. Die als Europäische Gemeinschaft  für Kohle und Stahl gegründete Instanz wuchs auf Grund der Effizienz und daraus ergebenden Steigerung des Profits zu der uns heute bekannten auf supranationaler Ebene regierenden Institution. Die Mitglieder formulierten gemeinsame Normen. Der Höhepunkt hierbei ist die gemeinsame Währung.

Es ist zu beachten, dass Normen nicht notwendigerweiser in Gesetze verankert sein müssen. Langfristiges Ziel ist allerdings genau das. Nina Tannenwald, eine amerikanische Professorin untersucht unter der Entstehung des „Nuclear-Taboo“ wie Normen entstehen und in manchen Fällen zu weltweit anerkannten „Taboo“ werden ohne gesetzliche Fundamente zu besitzen.  Ein Taboo ist eine verschärfte Form der Norm.

Nina Tannenwalds Analyse hält drei wesentliche Mechanismen fest, durch die Normen agieren: die innerstaatliche öffentliche Meinung; die globale Meinung und die persönliche Überzeugung der Akteure. Die Methoden durch welche die Normen gestärkt werden sind der öffentliche Druck, das Eigeninteresse und die Legitimität.

Die Ansicht des Wissenschaftlers Thomas Wards ist historisch geprägt. Die Ethik wird als eine Normwissenschaft bezeichnet. Wards sieht in den Normen es in Form der Moral des Individuums.

Die Stärke der Norm für ihn liegt in der Limitation der Gewalt zwischen Staaten durch Gesetze. Thomas Ward definiert die Norm als das widerspiegelnde Interesse einer sozialen Gruppe in einem Konsens. Sie formen die Verhaltensweisen, durch welche Staaten ihre Werte, Ziele und nationale Angelegenheiten festlegen. Im Grunde formen Normen die Identität des Staates. Im Internationaler Kontext  bedeutet dies, dass Normen die Ziele und auch die Methodik zur Vollführung der Zeile vorgeben ohne jedoch das Outcome vorhersagen zu können.

In beiden Analysen steht die Moral im Vordergrund, die Normen erst zu Normen macht. Sie bestimmen Richtig und Falsch und sorgen für eine Ordnung innerhalb einer Organisation. Sie sind in jedem Bereich vorhanden und erleichtern das gemeinsame Verständnis.

Auf Internationalen Ebene sind Normen wichtige Grundlagen für Verhandlungen. Vor allem ist das langfristige Ziel der Normen bewaffnete Konflikten jeglicher Art zu vermeiden.

In der demokratischen Friedensforschung ist Beispielsweise ein Lösungsansatz, dass Staaten mit identischem System konfliktfrei bleiben würden. Normen sind essenzielle Grundpfeiler der internationalen Konfliktlösung.

Balance of Power in Connection with Neorealism

by tjl11

The following article describes basic and common approaches towards the connection between the International Relations theory of Neo-Realism and the element Balance of Power. It should clarify the outcome of certain theories by explaining the effects on the actors and on the system itself. It will mostly deal with judgments and ideas given by Kenneth Waltz due to its strong connection to the Neo-Realism theory. In order to understand the more advanced term Balance of Power it is necessary to give the requested background information regarding Neo-Realism, its meaning for the system and the Balance of Power and the internal and external factors.

Balance of Power

Simply said, the Balance of Power principle is a method to sustain security and a stable environment in an international system. Right here the Neo-Realism comes into play since the theory puts the emphasis on the security of the acting rational units. The units in a system all have different aims and capabilities, which creates the need for balance to avoid domination. This balance may occur via internal means (weapon productions, better economy) or external means (contracts). The external means are interesting for us since they deal with cooperation and include different actors. Although before the contracts appear, the units find themselves in a special position. This is the first stage when it comes to contract building. The units can…

a)… completely avoid being part of the system by declaring, that they do not want to interact with the remaining units (“Opting Out”).
b)…wait for special events or simply give the system more time to evolve in order to make better decisions (“Fence Sitting”)
c)…take the opportunity of an event with a closing time window. This might happen through a sudden decision of actions against a country or the conclusion of an agreement.

The actual contracting has the purpose to balance the system, meaning to disperse power in an international system. How this turns out depends on the intentions of the specific actors. There are two different approaches. The first one presumes, that at least one of the actors has the intention to acquire a good, for instance power. The second one implies that the actors only have the intention to keep the system as it currently is and to not change any balance.

Balance of Threat

Apart from Waltz’ theory S. Walt gave a similar approach towards the balance in an international system. In contrast to Waltz, Walt underlines the fact that the balance in a system may also be influenced or governed by threats. The main difference lies within the fact that the balance does not occur due to power (Waltz) but due to the threats in a system. Waltz depicts several factors that play a role in this theory such as intention, arsenal or proximity.

Both theories are linked to Neo-Realism and deal with the terms “Security and Power” as the main reason for balancing. The idea behind these theories is to ensure a stable system no matter the trigger (power or threat). It is quite surprising that the outcome of Waltz’ and Walt’s concepts appears to be quite the same. This occurrence proves that the linking between Balance of Power and Neo-Realism is present and makes different assumptions possible.

T. Lower