Normen im internationalen Kontext

von akanschafobbe

Die Herkunft der Begriffs „Norm“ entstammt aus dem lat. Norma, das von dem griechischen Wort gnomon abgeleitet wird, das so viel wie „Kenner, Beurteiler, Richtschnur“1 bedeutet. Kenner und Beurteiler sind essenzielle Begriffe für das Verstehen zu welchem Zweck Normen existieren und notwendig sind. Normen existieren auf vielen Ebenen.

In den Sozialwissenschaften stehen Normen für mehr oder weniger feste Forderung nach einem bestimmten definierten Verhalten. Dieses Verhalten muss innerhalb einer sozialen Gruppe auf gemeinsames Verständnis basieren. Daher müssen diese Normen allen bekannt sein um eine gerechte Beurteilung fällen zu können und beruhen nicht auf willkürliche Setzung oder metaphysischen  Argumenten. Normen müssen begründet sein, das heißt sie müssen durch rationale Argumente für alle Individuen trotz unterschiedlichen Idealvorstellungen und Interessen einen Konsens bilden. Normen sind ein essenzielles Bestandteil der heutigen globalen Politik. Hauptsächlich dienen sie der Effizienz.

Anfänglich waren Normen wichtig im Bereich des Exports Beispielsweise im Handel. Um unnötige bürokratische Problemen auszuweichen beschlossen viele Staaten ihre Standards gegenseitig anzupassen und identische Normen festzusetzen. Aber nicht nur im internationalen Bereich sind sie wichtig sondern auch auf der nationalen Ebene um einen Konsens zu haben.

Ein Beispiel für die Wichtigkeit von Normen und ihre Entwicklung auf internationalem Niveau, ist die Europäische Union. Die als Europäische Gemeinschaft  für Kohle und Stahl gegründete Instanz wuchs auf Grund der Effizienz und daraus ergebenden Steigerung des Profits zu der uns heute bekannten auf supranationaler Ebene regierenden Institution. Die Mitglieder formulierten gemeinsame Normen. Der Höhepunkt hierbei ist die gemeinsame Währung.

Es ist zu beachten, dass Normen nicht notwendigerweiser in Gesetze verankert sein müssen. Langfristiges Ziel ist allerdings genau das. Nina Tannenwald, eine amerikanische Professorin untersucht unter der Entstehung des „Nuclear-Taboo“ wie Normen entstehen und in manchen Fällen zu weltweit anerkannten „Taboo“ werden ohne gesetzliche Fundamente zu besitzen.  Ein Taboo ist eine verschärfte Form der Norm.

Nina Tannenwalds Analyse hält drei wesentliche Mechanismen fest, durch die Normen agieren: die innerstaatliche öffentliche Meinung; die globale Meinung und die persönliche Überzeugung der Akteure. Die Methoden durch welche die Normen gestärkt werden sind der öffentliche Druck, das Eigeninteresse und die Legitimität.

Die Ansicht des Wissenschaftlers Thomas Wards ist historisch geprägt. Die Ethik wird als eine Normwissenschaft bezeichnet. Wards sieht in den Normen es in Form der Moral des Individuums.

Die Stärke der Norm für ihn liegt in der Limitation der Gewalt zwischen Staaten durch Gesetze. Thomas Ward definiert die Norm als das widerspiegelnde Interesse einer sozialen Gruppe in einem Konsens. Sie formen die Verhaltensweisen, durch welche Staaten ihre Werte, Ziele und nationale Angelegenheiten festlegen. Im Grunde formen Normen die Identität des Staates. Im Internationaler Kontext  bedeutet dies, dass Normen die Ziele und auch die Methodik zur Vollführung der Zeile vorgeben ohne jedoch das Outcome vorhersagen zu können.

In beiden Analysen steht die Moral im Vordergrund, die Normen erst zu Normen macht. Sie bestimmen Richtig und Falsch und sorgen für eine Ordnung innerhalb einer Organisation. Sie sind in jedem Bereich vorhanden und erleichtern das gemeinsame Verständnis.

Auf Internationalen Ebene sind Normen wichtige Grundlagen für Verhandlungen. Vor allem ist das langfristige Ziel der Normen bewaffnete Konflikten jeglicher Art zu vermeiden.

In der demokratischen Friedensforschung ist Beispielsweise ein Lösungsansatz, dass Staaten mit identischem System konfliktfrei bleiben würden. Normen sind essenzielle Grundpfeiler der internationalen Konfliktlösung.

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